Noah Börnhorst

Schaut man in die deutsche Nachbarschaft stellt man fest, dass die Digitalisierung des Unterrichts dort schon sehr viel weiter vorangeschritten ist als bei uns in Deutschland. 
Das scheint nun auch die deutsche Bundesregierung erkannt zu haben.

Nach intensiven Verhandlungen auf Bundesebene haben Bundesrat und Bundestag im Sommer beschlossen, 5,5 Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen bereitzustellen. Dafür musste unter Anderem das Grundgesetz geändert werden. Die Bundesländer mussten nun noch eigene Regeln für die Vergabe der Gelder erarbeiten. 

Die Schulen in Münster werden insgesamt 12,6 Millionen Euro erhalten, aber es gibt strenge Bedingungen. Die Schulen müssen unter Anderem ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept erarbeiten. Darüber hinaus dürfen nur maximal 20 Prozent aller Mittel für Endgeräte ausgegeben werden.

In Münster möchte man das Geld insbesondere für die Beschaffung von Präsentationstechnik einsetzen. Dafür will die Stadt nun einheitliche Standards definieren. Die Gelder sollen frühestens im Jahr 2021 an die Schulen fließen. Die gut 50.000 Schüler*innen der 85 städtischen Schulen müssen sich also noch etwas gedulden bis die Milliarden des Bundes dort ankommen.


„Die Stadtverwaltung verzögert, dass die Mittel aus dem Digitalpakt abfließen können.“

Zitat aus dem Kommentar

Kommentar

Viel zu lange hat es gedauert bis man auch in Deutschland erkannt hat, dass mit der gesellschaftlichen Entwicklung der Digitalisierung auch der Unterricht digitaler werden muss. Die Möglichkeiten der von Technik im Unterricht bietet auch in pädagogischer Hinsicht jede Menge Möglichkeiten.

Doch mit einer einmaligen Finanzspritze kann man an diese Thematik noch keinen Haken setzen. Viel Fragen sind völlig ungeklärt. Wer zum Beispiel soll die neue Infrastruktur und die neuen Endgeräte warten. Denn das Geld aus dem Digitalpakt darf dafür jedenfalls nicht verwendet werden.

Die 12,6 Millionen Euro, die für Münster zur Verfügung stehen, werden wohl auch kaum ausreichen. Allein die berufsbildenden Schulen haben einen Bedarf von etwa 8 Millionen Euro angemeldet und auch die allgemeinbildenden Schulen sind im Vergleich zu den Nachbarländern, aber auch zu anderen Kommunen in Deutschland, noch extrem rückschrittlich! Die Stadt muss also dringend mehr Geld in die Hand nehmen um die Mittel vom Bund aufzustocken. Problem: Das tut niemand, stattdessen verzögert die Stadtverwaltung, dass die Mittel aus dem Digitalpakt abfließen können.

Foto: pixabay


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