Leserbrief zu digitaler Bildung in Corona-Zeiten

Immer mehr Schulen empfehlen den Eltern, teure Tablets zu kaufen. Doch laut Ministerium sind die Eltern dafür gar nicht zuständig. Ein Leserbrief:

Die Digitalisierung der Schulen läuft nur schleppend voran und gerade jetzt in Corona-Zeiten wäre eine bessere Ausstattung der Schulen wünschenswert gewesen. Viele Schulen regieren darauf nun mit Schulkonferenzbeschlüssen, die die Eltern dazu bringen sollen, ein iPad für 400 bis 600 Euro anzuschaffen. Dass solche Beschlüsse ohne jede rechtliche Grundlage gefasst werden, scheint den Schulen egal zu sein. Diese Aufforderungen kommen zu Unzeit: Durch Corona haben viele Familien Einkommenseinbußen und da flattert die Aufforderung zum Kauf eines iPads ins Haus. Noch dazu muss es ein bestimmtes iPad sein. Wer schon eins hat, soll ein Neues kaufen, damit es sich administrieren lässt. Gehts noch?

Die Ausstattung der Schulen ist Aufgabe des Schulträgers. Die Stadt Münster muss die iPads kaufen. Das tut sie auch, allerdings viel zu spät und viel zu langsam. Die Antwort darauf kann aber nicht die Einführung eines digitalen Schulgeldes sein, wie es derzeit an vielen Schulen in Münster passiert. Stadt und Bezirksregierung sollten dem einen Riegel vorschieben.