Als ich von dem Fall gehört habe, kamen direkt Gedanken an die Türkei, in der die Pressefreieheit nicht so wichtig genommen wird. Doch die Freiheit der Presse ist nach meiner festen Überzeugung essenziell in einer Demokratie und die Polizei macht sich mit ihrem Handeln zum Handlanger derer, bei denen wir uns nicht sicher sein können ob sie nicht Feinde der Demokratie sind.

Besonders schockierend und skandalös ist jedoch die Reaktion des sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer. Er greift in seinem Tweet auch noch das Fernsehteam an und erweckt den Eindruck, dass das Team unprofessionell sei.

„Die einzigen Personen, die in diesem Video seriös auftreten, sind Polizisten.
Der Vorfall wird ohne Frage aufgeklärt. Der Polizeipräsident hat auch schon angeboten mit den betroffenen Journalisten zu sprechen.“ 

Sachens Ministerpräsident Michael Kretschmer über Twitter
Ein Archivbild von einer Pegidademo. Beim dem Versuch Filmaufnahmen von einer solchen Demo zu machen wurde ein ZDF-Fernsehteam von der sächsischen Polizei behindert.
Foto: Wikipedia/Kalispera Dell/CC 3.0

Gerade von einem Ministerpräsident darf man eigentlich erwarten, dass er ein Anwalt von Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit ist. Stattdessen greift der MP auch noch das Kamera-Team an und stellt es als unprofessionell dar. Das allein wäre ein Grund sich öffentlich zu entschuldigen. Es ist eine Aussage, die ein MP so nicht treffen sollte. Dass er sich nicht entschuldigt hat, sondern seine Aussage auch noch in einem Interview bekräftigt ist ein Grund dafür, seinen Rücktritt zu fordern. Wer nicht versteht, was Pressefreiheit ist und von welch zentraler Bedeutung sie ist, sollte nicht das Amt eines Ministerpräsidenten inne haben.


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